{"id":2,"count":1,"description":"Bericht \u00fcber meinen Erasmus-Aufenthalt in Bremen\r\nCarolin Markusbacka\r\n12.08.2022\r\n\r\nMein Sprachpraktikum habe ich als eine (Erasmus)Austauschstudentin an der Universit\u00e4t Bremen durchgef\u00fchrt. Wie es auch empfohlen wird, habe ich mich f\u00fcr das Sommersemester entschieden, wobei ich vom 1. April bis 5. August in Bremen gewesen bin. Ich fand den Sommer in Deutschland sehr sch\u00f6n, mit viel W\u00e4rme und vielen Veranstaltungen. Au\u00dferdem konnte man ab Anfang Juni mit dem 9-Euro-Ticket \u00fcberallhin in Deutschland reisen, weshalb ich auch ziemlich viel unterwegs gewesen bin und viele sch\u00f6ne St\u00e4dte eigentlich umsonst besuchen konnte. \r\nIn Bremen habe ich an sechs Seminaren teilgenommen: Einf\u00fchrung in die Phonologie\/Morphologie, Begleitung und Unterst\u00fctzung individueller Sprachaneignungsprozesse (Gymnasium\/Oberschule, Hochschule und Erwachsenenbildung), Registerbildender Fachunterricht mit der Genre-P\u00e4dagogik (Gy\/OS und berufliche Ausbildung), Wissenschaftsromane, Althochdeutsch, Niederdeutsch und benachbarte Sprachen im kontrastiven Vergleich, wovon \u201eWissenschaftsromane\u201c und \u201eNiederdeutsch und benachbarte Sprachen im kontrastiven Vergleich\u201c meine Lieblingsseminare waren. In \u201eWissenschaftsromane\u201c haben wir uns mit 7 verschiedenen Romanen besch\u00e4ftigt, die etwas mit Wissenschaft zu tu hatten, wie zum Beispiel Die Vermessung der Welt von Daniel Kehlmann oder Der Schneemensch von Jens Sparschuh. Im Seminar \u201eNiederdeutsch und benachbarte Sprachen im kontrastiven Vergleich\u201c haben wir Niederdeutsch mit anderen germanischen Sprachen wie Schwedisch, Niederl\u00e4ndisch und Englisch verglichen. Dies hat richtig Spa\u00df gemacht, besonders weil ich die Einzige war, die auch Schwedisch konnte, was dann auch zu interessanten Diskussionen gef\u00fchrt hat. \r\nFast alle Seminare fanden einmal pro Woche statt und dauerten anderthalb Stunden, au\u00dfer \u201eNiederdeutsch und benachbarte Sprachen im kontrastiven Vergleich\u201c, der ein Intensivkurs war, und nur 5-mal 5 Stunden (freitags und samstags) stattgefunden hat. Inhaltlich habe ich alle Seminare gemocht, aber \u201eAlthochdeutsch\u201c war sehr herausfordernd, da wir haupts\u00e4chlich verschiedene Texte aus dem Althochdeutschen ins Neuhochdeutsche \u00fcbersetzt haben. \r\nIch habe mich in den meisten Seminaren daf\u00fcr entschieden, nur die Studienleistung zu absolvieren, wobei man eine Pr\u00e4sentation halten oder ein Portfolio produzieren sollte, und daf\u00fcr 3 ECTS (sp) bekommt. In \u201eEinf\u00fchrung in die Phonologie\/Morphologie\u201c habe ich die Klausur geschrieben, wof\u00fcr ich 6 ECTS bekommen habe, und im Seminar \u201eUnterst\u00fctzung individueller Sprachaneignungsprozesse (Gymnasium\/Oberschule, Hochschule und Erwachsenenbildung)\u201c habe ich ein l\u00e4ngeres Portfolio (10 Seiten, f\u00fcr Studienleistung nur 5) mit Abschlussreflektion geschrieben, und habe daf\u00fcr 5 ECTS bekommen. \r\nBremen ist eine sehr nette, ziemlich kleine Stadt mit etwa 550 000 Einwohner, aber man findet immer etwas Sch\u00f6nes zu tun! Ich habe in einer WG im Zentrum gewohnt, was mir sehr gut gefallen hat, obwohl es manchmal ein bisschen unruhig war. Die Weser floss aber nur 300m von unserer Wohnung entfernt, wo man sich gut ausruhen konnte und sogar Schwimmen m\u00f6glich war. F\u00fcr Erasmusstudierende wird auch sehr sch\u00f6nes Programm mit Veranstaltungen organisiert, wie zum Beispiel Grillen, Campuschallenge, Stadtrallye oder kleine Ausfl\u00fcge. Au\u00dferdem treffen sich die Erasmusstudierenden regelm\u00e4\u00dfig auch ohne irgendwelche geplanten Veranstaltungen, was ich sehr sch\u00f6n fand. Obwohl ich kein Fu\u00dfballfan bin, war Bremens R\u00fcckkehr in die erste Liga das denkw\u00fcrdigste und beste Ereignis. So eine Feier habe ich noch nie erlebt, die ganze Stadt war voller Freude und alle haben zusammen gefeiert, das werde ich nie vergessen!\r\nDas Beste an meinem Austausch war, dass ich sofort in \u201edie deutschen Kreise\u201c eintreten konnte. In unserer WG haben wir nur Deutsch gesprochen, sowie auch im Unterricht. Ich habe sehr wenig Englisch benutzt, worauf ich auch stolz bin! Ich habe das Gef\u00fchl, dass sich meine Deutschkenntnisse viel verbessert haben, jedenfalls traue ich mich jetzt mehr zu sprechen als zuvor. Es war auch sch\u00f6n zu bemerken, dass ich alles in den Seminaren gut verstanden und gut durchf\u00fchren konnte, auch wenn ich anfangs bef\u00fcrchtete, dass ich viel schlechter bin als die anderen. Ich habe mehr Sicherheit, Selbstvertrauen und neue Erfahrungen gewonnen, weshalb ich sehr froh bin, dass ich diesen Austausch von Anfang bis Ende absolviert habe. \r\n\r\n\r\n\r\nMein Sprachpraktikum an der Zentralen Einrichtung f\u00fcr Sprachen und Schl\u00fcsselqualifikationen an der Georg-August-Universit\u00e4t G\u00f6ttingen\r\nTeemu M\u00f6ls\u00e4\r\n14.07.2022\r\n \r\nIch absolvierte mein zweimonatiges Sprachpraktikum w\u00e4hrend des Sommersemesters 2022 an der Zentralen Einrichtung f\u00fcr Sprachen und Schl\u00fcsselqualifikationen (ZESS) an der Georg-August-Universit\u00e4t G\u00f6ttingen. Zu meinen Aufgaben geh\u00f6rten z.B. Unterst\u00fctzung beim Schwedischunterricht auf den Niveaus A1\u2014B2, Vorbereitung und Planung eines deutsch-schwedischen Sprachtandemprojektes und Veranstaltung w\u00f6chentlicher Konversationstreffen f\u00fcr die Studierenden, die Schwedisch auf dem Niveau A2 lernten.\r\n\r\nDen Praktikumsplatz bekam ich, nachdem ich im Oktober 2021 eine Anzeige von mir selbst in einer Facebook-Gruppe ver\u00f6ffentlicht hatte. Vor der Ver\u00f6ffentlichung der Anzeige hatte ich mich f\u00fcr verschiedene Praktikumspl\u00e4tze in interkulturellen Zentren und \u00dcbersetzungsb\u00fcros in Deutschland und \u00d6sterreich beworben, jedoch ohne die jeweiligen Pl\u00e4tze zu bekommen. In der Anzeige, die ich auf Facebook ver\u00f6ffentlichte, beschrieb ich, dass ich einen deutschsprachigen Praktikumsplatz im Sommersemester 2022 brauche, um mein Bachelorstudium absolvieren zu k\u00f6nnen. Die Schwedischlehrerin an der ZESS fragte mich, ob ich Interesse h\u00e4tte, mein Praktikum bei ihnen zu absolvieren. Ich hatte nat\u00fcrlich gro\u00dfes Interesse an dem Praktikumsplatz, weil er mir erm\u00f6glichte, meine akademischen Kompetenzen (deutsche und nordgermanische Sprachen und interkulturelle Kommunikation) an einem mehrsprachigen Arbeitsplatz im Ausland in die Praxis umzusetzen. Ich nahm den Platz an und fing an, auf das Praktikum zu warten. \r\n\r\nNach G\u00f6ttingen fuhr ich am 30. April. Die ersten zwei N\u00e4chte wohnte ich in einer Kellerwohnung, die sich unter der Wohnung meiner Chefin befand. Nach diesen zwei N\u00e4chten zog ich in ein Wohngemeinschaftszimmer in der G\u00f6ttinger Nordstadt. Dort wohnte ich zwei Monaten lang mit zehn anderen Austauschstudierenden. Das Zimmer hatte ich durch eine eigenst\u00e4ndige Bewerbung bei dem G\u00f6ttinger Studentenwerk bekommen.\r\nMeiner Meinung nach ist G\u00f6ttingen eine sehr sch\u00f6ne, kleine aber feine Stadt mit einer hervorragenden Studierendenkultur. Es war wirklich leicht, Leute dort kennenzulernen und sich mit anderen zu befreunden. Leute aus aller Welt kommen nach G\u00f6ttingen, um ein Auslandssemester oder Praktikum zu absolvieren oder zu promovieren. Trotz der Interkulturalit\u00e4t und Mehrsprachigkeit in der Stadt sind gute Deutschkenntnisse jedoch von gro\u00dfem Vorteil: laut meinen Mitbewohner:innen, von denen keine:r die deutsche Sprache beherrschte, ist es in G\u00f6ttingen schwer, Bedienung auf Englisch oder Franz\u00f6sisch zu bekommen.\r\n\r\nIch arbeitete 30 Stunden pro Woche und konnte meine Arbeitszeiten au\u00dferhalb der synchronen Unterrichtstermine zum gr\u00f6\u00dften Teil selbst bestimmen. Ich hatte ein ausgestattetes B\u00fcro zur Verf\u00fcgung, aber manchmal arbeitete ich auch auf Distanz. In der Regel fingen die Unterrichtstermine immer morgens um 8.30 Uhr an, wohingegen meine eigenen Konversationstreffen entweder um 16 oder 17 Uhr anfingen, weshalb ich sowohl morgens als auch nachmittags arbeitete. W\u00e4hrend eines typischen Arbeitstages bereitete ich Unterrichtsmaterial vor, unterst\u00fctzte die Schwedischlehrerin beim Unterricht und plante das Sprachtandemprojekt. Manchmal beinhalteten meine Arbeitstage auch Fotografieren und Content-Produktion auf sozialen Medien.\r\nIm Sommersemester 2022 hat die Abteilung der schwedischen Sprache an der ZESS in Zusammenarbeit mit den finnisch-ugrischen und skandinavischen Seminaren ein Projekt \u00fcber S\u00e1mi und S\u00e1pmi durchgef\u00fchrt. Das Projekt hat Gastvortr\u00e4ge, Filmabende und ein Konzert beinhaltet, und ich hatte auch die M\u00f6glichkeit, mit in der Planung, Gestaltung und Durchf\u00fchrung dieser Veranstaltungen zu sein. Vor allem habe ich mich dar\u00fcber gefreut, wie viele Leute sich f\u00fcr das Thema S\u00e1mi und S\u00e1pmi interessiert haben. \r\n\r\nMeine Freizeit verwendete ich f\u00fcr Reisen. Ich blieb eine sehr kurze Zeit in Deutschland, weshalb ich so viel wie m\u00f6glich in so wenig Zeit wie m\u00f6glich erleben wollte. Deshalb kaufte ich eine BahnCard, mit der ich Rabatt f\u00fcr jede Zugreise bekam, und bestellte das 9-Euro-Ticket, das in Deutschland im Juni 2022 eingef\u00fchrt wurde. Mit dem 9-Euro-Ticket war es m\u00f6glich, den regionalen Verkehr unbegrenzt zu benutzen. \r\nVor meinem derzeitigen Aufenthalt hatte ich Deutschland zweimal besucht, aber ich war nie in Niedersachsen gewesen. Aus diesem Grund wollte ich die nieders\u00e4chsische Landschaft kennenlernen, aber auch gr\u00f6\u00dfere St\u00e4dte au\u00dferhalb Niedersachsens besuchen. Deswegen verbrachte ich meine Freizeit zum gr\u00f6\u00dften Teil auf der Bahn mit einer breiten Auswahl von der Einhornh\u00f6hle in Bad Lauterberg im Harz bis zu dem Schwulen Museum in Berlin als Reiseziele.\r\n\r\nObwohl die deutschen Gro\u00dfst\u00e4dte mit verschiedensten Erlebnissen aufwarten, gefielen mir am meisten die kleineren St\u00e4dte (z.B. Eschwege und Weimar). Die etwas touristischeren Reiseziele u.a. in Frankfurt am Main und Berlin waren zumindest w\u00e4hrend meiner Besuche wegen langer Schlangen schwer zug\u00e4nglich. W\u00e4hrend meines Besuches in D\u00fcsseldorf fiel es mir aber leichter, die Stadt kennenzulernen, weil ich eine lokale \u201cReisef\u00fchrerin\u201d \u2013 eine ehemalige Mitbewohnerin von mir \u2013 zur Verf\u00fcgung hatte. Aus diesem Grund ist es immer spannender, die St\u00e4dte oder anderen Reiseziele mit einer Person zu besuchen, die die Stadt schon im Voraus kennt.\r\n\r\nDeutschland und Finnland sind allgemein nicht besonders unterschiedlich voneinander: es handelt sich um zwei westliche Republiken, die geografisch nicht weit weg voneinander liegen. Au\u00dferdem haben die L\u00e4nder enge Beziehungen miteinander. Es ist \u00fcberhaupt unm\u00f6glich, L\u00e4nder als Einheiten miteinander zu vergleichen, um \u201ckulturelle Unterschiede\u201d zu finden. Die sogenannten kulturellen Unterschiede sind nicht auf der Landesebene, sondern in kleineren, einzelnen Elementen der gesellschaftlichen, st\u00e4dtischen oder universit\u00e4ren Ordnung bemerkbar. Deswegen kann ich nicht wirklich sagen, ob etwas mich in der \u201cdeutschen Kultur\u201d wirklich \u00fcberrascht hat oder ob ich sie besonders interessant gefunden habe. Die Anpassung an die deutsche Gesellschaft ist mir allgemein nicht besonders schwer gefallen. \r\nDas Stereotyp der deutschen P\u00fcnktlichkeit, das aus irgendeinem Grund zumindest in meiner Familie und meinem Freund:innenkreis besonders beliebt ist, kann zumindest auf Grund des deutschen Bahnverkehrs komplett zur\u00fcckgewiesen werden: ich habe nicht ein einziges Mal in einem Zug in Deutschland gesessen, der im vorgeplanten Zeitplan gelegen h\u00e4tte. Wenigstens in den Vorlesungen an unserer Universit\u00e4t gilt das Stereotyp auch nicht, weil die Studierenden nicht immer rechtzeitig angekommen sind. Die anderen Stereotype der deutschen Gesellschaft, die auch in meinen Studienb\u00fcchern in der Grundschule und gymnasialen Oberstufe widergespiegelt worden sind, konnte ich in G\u00f6ttingen oder anderen deutschen St\u00e4dte nicht wiedererkennen. Ich habe nicht Oktoberfest besucht, Kartoffelsalat, Pommes oder Bratwurst gegessen, besonders viel Bier getrunken, Vorsprung durch Technik gehabt oder Freude am Fahren erlebt. Trotzdem war mein Aufenthalt in Deutschland wirklich sch\u00f6n, und ich freue mich sehr dar\u00fcber, dass ich die M\u00f6glichkeit gehabt habe, dort ein Praktikum zu absolvieren. Momentan bin ich aber der Meinung, dass ich meinen Aufenthalt von Anfang an so geplant haben sollte, dass ich in Deutschland zumindest ein halbes Jahr geblieben w\u00e4re. Ich k\u00f6nnte mir jedoch vorstellen, noch sp\u00e4ter \u2014 z.B. w\u00e4hrend meines Masterprogramms \u2014 ein l\u00e4ngeres Praktikum in einem deutschsprachigen Land zu absolvieren.\r\n\r\n\r\n","link":"https:\/\/blogs.abo.fi\/tyska\/category\/sprakpraktik\/","name":"Spr\u00e5kpraktik","slug":"sprakpraktik","taxonomy":"category","parent":0,"meta":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.abo.fi\/tyska\/wp-json\/wp\/v2\/categories\/2","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.abo.fi\/tyska\/wp-json\/wp\/v2\/categories"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.abo.fi\/tyska\/wp-json\/wp\/v2\/taxonomies\/category"}],"wp:post_type":[{"href":"https:\/\/blogs.abo.fi\/tyska\/wp-json\/wp\/v2\/posts?categories=2"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}